Märkische Schweiz: wandern [Update 2020]

Märkische Schweiz: wandern [Update 2020]

Eine Stadt und kleine Orte, ein Seenland und ein eizeitlicher Talkessel in der Mark Brandenburg. Der Heutige Naturpark Märkische Schweiz war auch ein Fall für Theodor Fontane, Bertolt Brecht und Helene Weigel. Die brandenburgische Schweiz bietet mit seinem traditionellen Zentrum Buckow am Buckowsee und Schermützelsee eine willkommene Abwechslung von Berlin. Unternimm einen Tagestrip aus Berlin, fahre auf dem Europaradweg R1 vorbei, oder baue ihn in deine Bullifahrt ein. Den Naturpark kann man zu jeder Jahreszeit entdecken. Die Schweiz ist dabei praktisch mit dem ÖPNV erreichbar.

Herbst in Buckow
Herbst in Buckow

Unsere Wanderung entlang der Naturparkroute Märkische Schweiz

Abfahrt von Berlin-Lichtenberg

Zwei alte Freunde und meine Wenigkeit machen uns von Berlin-Lichtenberg auf den Weg. Im Normalfall ist es nur eine kurze Fahrt mit dem RB26 der Niederbarnimer Eisenbahn und einer weiteren kurzen Busfahrt. Heute gab es leider am Vormittag nur einen etwas längeren Schienenersatzverkehr ab der Strausberger S-Bahnstation. Kein Problem, denn der liebe Busfahrer warf uns netterweise an einem „extra Haltestopp“ raus: Waldsieversdorf.

By the way: Wer während des wärmeren Halbjahres kommt, darf sogar mit der alten Museumsbahn fahren. Die „Buckower Kleinbahn“ feiert am 15. Mai 2020 gar 90 Jahre elektrischer Zugbetrieb! 2020 fährt sie ab dem 01.05.2020 bis 04.10.2020 drei mal täglich am Samstag, Sonntag und Feiertag.

Bahnhof Buckow (Märkische Schweiz)
Bahnhof Buckow (Märkische Schweiz)

Beginn der Wanderung ab Waldsieversdorf

In diesem verschlafenem Dörfchen beginnt unsere kleine Wandertour. Ganze 20 Kilometern sind geplant, aber mehrere Möglichkeiten stehen zur Verfügung, um schlussendlich in einem Restaurant köstlich Wild zu verspeisen. Mit gut zehn Grad und starker Bewölkung geht es zunächst Richtung Buckower Innenstadt. Am Eingang von Waldsieversdorf weist uns eine Tafel den Weg über den Galgenberg. Die Farben der Blätter leuchten hier trotz starker Bewölkung im prächtigen Orange: an den Bäumen und auf dem Boden.

Wir erreichen Buckow vom Süden her und laufen am Bahnhof Buckow (Märkische Schweiz) vorbei. Die Saison ist bereits vorbei, sodass die 5 Kilometer lange Strecke heute leider nicht befahren werden kann. Nach weiteren Minuten biegen wir an einer Straßenkreuzung ab und steigen erneut einen Anstieg hinauf. Oben angekommen erblicken wir zum ersten mal den Schermützelsee. Von hier aus geht es auf dem Panoramaweg weiter.

Auf dem Panoramarundweg um den Schermützelsee

Und dieser weiß nicht zu enttäuschen. Diese Seite des Parks geht auf und ab; und das nicht zu wenig. In einem Wechsel zwischen Rot- zu Orange- und Grüntönen folgen wir dem Pfad hinauf und hinunter. Immer wieder bietet sich ein schöner Blick auf den See. Das ein oder andere mal lassen wir uns nieder. Wir lauschen still der Natur, hören den Stulle-schmatzenden Nachbarn, oder unterhalten uns angeregt. Die frische Luft tut im Vergleich zu Berlin wirklich gut. Hier kann man den ganzen Stress einfach abschütteln.

Wir steigen wieder einmal eine Anhöhe hinab. Auf halber Höhe des Sees finden wir einen weiteren, gut gelegenen Rastplatz. Wir ahnen schon, dass wir die gesamte 20-Kilometer Runde nicht schaffen. Das Bier zischt und die Gespräche hallen über das Wasser. Der Wind pfeift inzwischen kalt über den See und um unsere Ohren. Wir finden, dass wir noch öfter rausfahren sollten.

Ortseingangsschild Buckows, Märkische Schweiz
Ortseingangsschild Buckows, Märkische Schweiz

Wir verweilen in Buckow

Wir bewegen uns wieder Richtung Norden und begegnen vermehrt anderen Naturgenießern. Erste Datschen und Häuser gesellen sich an den nördlichen Uferrand. Es ist bereits gegen 15 Uhr und der Hunger meldet sich. Wir entscheiden uns dafür, den Aussichtspunkt auf dem Schlossberg zu begehen. Natürlich hätten wir uns etwas Sonne gewünscht, aber ich versichere: so ist der November hier sowieso meistens.

Nach einem kurzen Gang durch den Schlosspark (wo war eigentlich das Schloss abgeblieben?), lassen wir uns in der Stobbermühle unter. Der Vorteil nur wöchentlich etwas Fleisch zu essen, ist, dass eine Brandenburger Landente gefühlt dreimal so gut schmeckt. Da sie jedoch schwer im Magen liegt, wandern wir noch über einen Radweg zurück nach Waldsieversdorf. Im Dunkeln erwarten wir um 17.30 Uhr einen Bus zurück zum Bahnhof Müncheberg. Der RB26 fährt uns dieses mal geschwind nach Berlin-Lichtenberg.

Eine Pause am Schermützelsee
Eine Pause am Schermützelsee

Märkische Schweiz wandern im Sommer

Abseits der oben genannten Tour kann ein Ausflug auch wesentlich kürzer gehalten werden. im Sommer 2019 war ich zwei mal mit Freunden unterwegs und konnte die Märkische Schweiz wiederholt im Warmen genießen. Wie oben genannt fuhr am Wochenende auch die Buckower Kleinbahn. Ein großer Spaß! Die Buckower Mannschaft, welche sich um die Loks kümmert, freut sich über ein Pläuschen und natürlich deine Unterstützung in Form von Fahrkarten.

Blick über den Schermützelsee auf die Kirche Buckow, Märkische Schweiz
Blick über den Buckowsee auf die Buckow Märkische Schweiz

Anfahrt in die Märkische Schweiz aus Berlin über B1, R1 oder RB26

Die Märkische Landschaft ist getrost einen gesamten Tag wert, entdeckt zu werden. Das Wetter in Buckow lädt jedoch auf jeden Fall zur Kur, oder für ein romantische Wochenende ein! So kommst du hin:

  • Gelegen am Fernradweg R1 (London nach Helsinki), bietet sich die wunderbare Möglichkeit, die Märkische Schweiz mit dem Rad zu erreichen. Besonders starke Radfahrer steigen in Erkner (S3) aus. Gemütlicher ist es jedoch ab der Station Hegermühle (S5). Dabei führt dich die Route entlang alter Steinkirchen der Mark Brandenburg, vorbei an kleinen Seen und riesigen Feldern. Auch hier geht es schon viel bergauf und -ab.
  • Die Bahnstrecke Berlin Lichtenberg (S+U) – Küstrin (Kostrzyn nad Odrą) wird durch die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) betrieben. Sie fährt stündlich für 7,30€ in 35 Minuten bis zum Bahnhof Müncheberg (Mark). Hier lohnt sich für dich das Brandenburg bzw. Berlin-Brandenburg Ticket. Dort erwartet dich stündlich ein Bus gen Buckow über Waldsieversdorf.
  • Auch mit dem Auto ist es kinderleicht: vom Berliner Alexanderplatz aus folgst du der B1. Und zwar ganz, ganz lange. Gerade einmal drei müsstest du den Blinker anwerfen, um in Buckow zu landen.
RB26 der Niederbarnimer Eisenbahn
RB26 der Niederbarnimer Eisenbahn

In der Umgebung: Oderbruch, Oderradweg und Seelower Höhen

Du hast Lust auf mehr? Dann fang am besten an, dir eine Route zu basteln!

  • Das Besucherzentrum Drei Eichen etwas östlich von Buckow bietet allerhand Begehung mit der Natur- und Umwelterziehung. Weitere Informationen erhältst du hier.
  • Die Seelower Höhen sind ein wichtiger Teil der letzten Tage des 2. Weltkriegs. In der Schlacht um Berlin, war die Schlacht um die Seelower Höhen die Entscheidende. Die verbliebenen Soldaten der Wehrmacht, versuchten an dieser Front eine Million Soldaten der Roten Armee an der Einnahme Berlins zu hindern. Ein Museum erinnert eindrucksvoll an die Gefallenen, den Schlachtverlauf und bietet darüber hinaus eine schöne Sicht über den Oderbruch.
  • Der Oderbuch ist ein grenzübergreifendes Binnendelta der Oder. Seit über 3.500 Jahren besiedelt, bietet beispielsweise das Freilichtmuseum Altranft einen spannenden Blick in die Vergangenheit. Eine größere Ortschaft mit schönem Dorfkern findest du in Lebus. Auf einem Hügel an der Oder hast du einen fantastischen Blick auf die Dorfkirche und hinüber nach Polen.
  • Wenn du sowieso mit dem Rad unterwegs bist, kannst du dem Radweg R1 bis tief hinein nach Polen folgen. Du kannst ebenso auf den Oderradweg Richtung Ostsee bzw. Oder-Neiße-Radweg Richtung Lausitz abbiegen.

Daher sei dir an dieser Stelle ein schöner Tag, oder gar ein schönes Wochenende gewünscht! Wenn du willst, schau doch auch mal im Spreewald vorbei.