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Tatra im Winter – Abenteuer in der Slowakei

Die Hohe und Niedere Tatra bieten dir im Winter eine tolle Gelegenheit, ein richtiges Winterabenteuer zu erleben. Die Slowakei und ihre Gebirge sind ein Muss für all diejenigen, die sich nachts über ihr Leben im Flachland ärgern, von Bergen träumen und mal etwas anderes als die Alpen suchen. Die Vielfalt der slowakischen Gebirgswelt bietet für jedermann etwas und besonders im Winter wird es geradezu magisch.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du ein vortreffliches Winterabenteuer in der Slowakei verbringen kannst. Die Hohe Tatra, die Niedere Tata, Große und Kleine Fatra sowie das Slowakische Paradies warten auf dich! Ich war zum Jahreswechsel 2019/20 vor Ort und freue mich, dir eine Vielzahl an Aktivitäten abseits des Alpen-Mainstreams zu zeigen. Los geht’s!

Die Slowakei, ein lohnenswertes Winterziel?

Im Herzen Europas gelegen, verwundert es kaum, dass die Slowakei eine mehr als spannende Geschichte aufweist. Erst seit 1993 gibt es eine souveräne slowakische Republik – entstanden in friedlicher Abspaltung von der Tschechoslowakei. Aufgrund jahrhundertelanger Besiedlung durch deutschsprachige Siedler haben viele Orte, Berge und Landschaften neben slowakischen auch deutsche Namen.

Das Zentrum des Landes ist geprägt von mehreren Bergrücken (siehe Karten). Ganz im Norden befindet sich die Hohe Tatra (Vysoké Tatry). Südlich davon, durch den sogenannten Untertatra-Kessel (Podtatranská kotlina) getrennt, befindet sich die in der Ausdehnung wesentlich größere Niedere Tatra (Nízke Tatry). Nach Westen hin anschließend befinden sich die Große und Kleine Fatra und nach Osten hin das Slowakische Paradies. Sie alle umschließen den Untertatra-Kessel.

Das Land ist zu zwei Dritteln bergig und hat mehr als 100 Zweitausender zu bieten. Aber auch sanfte Mittelgebirge locken zu jeder Jahreszeit von dir entdeckt zu werden! Gleichzeitig sind 40% der Landesfläche von Wald bedeckt und ganze neun Nationalparks locken mit ihrer Schönheit. Wer sich im Untertatra-Kessel niederlässt, hat somit eine wunderbare Ausgangsposition, um die umgebenden Gebirge und Täler zu erkunden.

Winterzeit in der Tatra-Region

Viele der Wintersportorte der Slowakei bieten ein eher ruhiges und teils altmodisches Flair. Zu Habsburger Zeiten waren die slowakischen Orte der Tatra viel besuchte Erholungsorte für gut Betuchte. Ganz anders entwickelte sich die Hohe Tatra in Polen: Die Winterhauptstadt Zakopane auf polnischer Seite der Tatra gleicht heute eher einem modernen Skizirkus.

Die Winterzeit in der Slowakei ist in den Höhenlagen relativ verlässlich, was den Schnee angeht. Das Land profitiert dabei von einer östlichen, kontinentalen Lage in Europa, die mit kalten Wintern einhergeht. Deswegen befinden sich die wesentlichen Skigebiete in der Hohen und Niederen Tatra.

Schau wir uns das einmal auf den unten stehenden Diagrammen an: Die „Hauptstadt“ der Tatra, Poprad, befindet sich auf einer ähnlichen Höhe über dem Meeresspiegel wie Garmisch-Partenkirchen. Die Temperaturen in Poprads Winter sind durchschnittlich 2-3°C niedriger. Der Niederschlag in Garmisch-Partenkirchen fällt hingegen deutlich höher aus.

Verhalten und Naturgefahren im Winter

Naturschutzgebieten und Nationalparks sollte man im Winter besonders respektvoll begegnen. Viele Tiere fallen in Winterstarre oder halten Winterruhe, andere wiederum sind weiterhin aktiv. Sie alle müssen, um zu überleben, ihre Kraftreserven einteilen. Ein aufgeschrecktes Tier verbraucht bei der Flucht eine große Menge an lebenswichtiger Energie, die in den kargen Wintermonaten nicht einfach zu beschaffen ist. Verlasse also keineswegs die Wege und verhalte dich ruhig.

Darüber hinaus solltest du dich immer sehr genau über das Wetter und Lawinengefahr informieren. Hier (laviny.sk) findest du detaillierte Informationen zu den offiziellen Lawinenwarnstufen und hier (Slowakische Bergrettung) detaillierte Wetterinformationen. Die offiziellen Verhaltensregeln sowie Infos zu geschlossenen Gebieten und Routen findest auf der Seite der Nationalparkverwaltungen TANAP (Hohe Tatra) und NAPANT (Niedere Tatra).

Weder die Hohe noch die Niedere Tatra sind im Winter ein Pappenstiel, dem man mit Leichtigkeit begegnen sollte. Die Gebirgswände sind überaus steil und nicht mit den „süßen“ (sorry!), aber ebenso hohen Allgäuer Alpen gleichzusetzen. Auch eine klitzekleine Winterwanderung auf einen vermeintlich kleinen Bergrücken birgt Gefahren, derer du dir bewusst sein solltest. In diesem Beitrag des Deutschen Alpenvereins findest du eine gute Zusammenfassung wichtiger Ausrüstung, Planungstipps und Gefahrenhinweise, damit du sicher wieder nach Hause kommst. Wo du Ausrüstung bekommst, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Winterausrüstung

Nicht jeder von uns hat Schneeschuhe, ausfahrbare Stöcke, Lawinenrucksäcke, Skier und Eispickel zuhause. Das ist auch nicht unbedingt nötig, schließlich gibt es vor Ort viele Verleihe. Die benötigte Ski- und Snowboardausrüstung konnte ich unproblematisch in den Skizentren vor Ort ausleihen. Als „sehr viel billiger“ habe ich das im Vergleich zu Österreich nicht wahrgenommen, aber es ist günstiger.

Schwieriger gestaltete sich da schon eher die Besorgung von bspw. Schneeschuhen. Die bekannte Firma INTERSPORT RENT gibt es mehrfach in der Region, dort nennt sie sich INTERSPORT RENT Galfy. Auf der Seite galfy.sk/pozicovna (übersetzen lassen mit Google) findest du alle wichtigen Infos. Über das Onlinetool habe ich am Ende auch die Schneeschuhe gebucht. Bevor ich gebucht habe, habe ich in den slowakischen Filialen angerufen, um mich über die Vorgehensweise und das vorhandene Material zu versichern. Ein freundlicher deutsch- oder englischsprachiger Mitarbeiter war meist schnell gefunden.

Kartenmaterial

Um die grandiose Natur der Slowakei zu entdecken, musst du natürlich planen und dich orientieren. Auf der fantastischen Seite von mapy.hiking.sk sind alle offiziellen Wanderwege des Landes verzeichnet. Zusätzlich sind im Detail (hineinzogen!) Lawinengefahren verzeichnet. Dabei kannst du dir im Interface auf der rechten Seite die gewünschten Gebiete anzeigen lassen. Auf opentopomap.org wiederum gewinnt man einen sehr guten Eindruck des Profils (das sind die eingezeichneten Höhenlinien) wenn man hineinzoomt.

Bergsteigen in der Hohen Tatra im Winter

Die Hohe Tatra ist im Winter ein hervorragendes Gebirge für Bergsteiger. Die Wände der Tatra sind über viele Jahrzehnte von emsigen Kletterern begangen worden und es gibt genug Routen für ein ganzes Leben. Das Besondere: Hier wird im Winter auf Stein, Schnee, Eis und Tatra-Gras geklettert! Dafür werden Eisgeräte ähnlich wie in Schottland in das zentimeterdicke Gras gesetzt. Dieser englisch-sprachige Artikel erzählt von einer ersten Erfahrung.

Auf der offiziellen Seite des Tatra Nationalparks erfährst du Genaueres zu geöffneten und geschlossenen Routen und Gebieten für Bergsteiger sowie zu den Regeln des Parks. Bitte halte dich daran, um die einzigartige Natur zu schützen.

Während meines 7-Tage-Auflugs in die Hohe Tatra bin ich mit meinem Kletterpartner in die II-IIIer-Route „Banan“ am Tupá eingestiegen. Mit der Bahn gut erreichbar lohnt sich die Wand des Tupá für Bergsteiger mit etwas alpiner Klettererfahrung (nicht: keine!). Wenn du genauere Fragen hast, schreibe mir doch gerne eine Mail.

Für Bergsteiger empfehlen sich folgende Informationsquellen:

Ich wünsche viel Spaß beim Übersetzen!

Ausflüge im Winter

Sich draußen im Winter zu bewegen ist herrlich. Die Slowakei bietet dir dafür unfassbar tolle Möglichkeiten, auf die ich nun im Detail eingehen möchte. Bedenke immer bei dem, was du tust: Schütze dich vor Kälte, denke an die verkürzte Tageszeit und Naturgefahren. Eine gute Vorbereitung ist das A und O, um die Tatra im Winter zu besuchen. Deswegen hier noch einmal der Beitrag des Deutschen Alpenvereins zu wichtiger Ausrüstung, Planungstipps und Gefahrenhinweisen.

Die Hohe Tatra im Winter

Slowakisches Erzgebirge, Slowakisches Paradies, Große Fatra, Kleine Fatra und die Niedere Tatra sind fantastische Gebirgszüge. Doch sie alle werden von nur einem überthront: der Hohen Tatra. Sie ist die Königin in der Slowakei und des gesamten Karpatenbogens. Mit 2654,4 Meter über Normalnull überblickt die Gerlachspitze (Gerlachovský štít) den Nationalpark Hohe Tatra und das ganze Land.

Der Nationalpark Hohe Tatra ist im Winter teilweise geschlossen. Die Schließung betrifft genauer gesagt die hochalpinen Pässe und Gipfel. Das geschieht aus zwei Gründen: sowohl die fragile Umwelt als auch die Touristen sollen geschützt werden. Die einzigen, die dorthin dürfen sind u.a. Bergsteiger, die Mitglied in einem Alpenverein sind und die Gipfel über Bergsteigerrouten bezwingen (siehe Abschnitt zuvor).

Aber packe deine Wander- und Skiausrüstung noch nicht weg! Es gibt nichtsdestotrotz einige Wanderungen, die du machen kannst. Diese stelle ich dir unter „Routen“ vor. Darüber hinaus gibt es mehrere kleine Skigebiete, auf dessen Pisten du die Skier austesten kannst.

Mit Ski und Snowboard in der Hohen Tatra

Die Hohe Tatra bietet dir zwei Skigebiete: Tatranská Lomnica hat 12 Pistenkilometer auf einen Höhenunterschied von 1300 Metern. 4 Sessellifte, 2 Schlepper und 2 Gondeln bringen dich nach oben. Eine zusätzliche Gondel bringt Besucher*innen zur Aussichtsplattform der Lommnitzer Spitze (2634m). In Štrbske Pleso gibt es 9 Pistenkilometer mit 3 Sessel- und 3 Schleppliften bei knapp 600 Höhenmetern. Štrbske Pleso hat deutlich mehr Loipenkilometer (29) für Skilangläufer als Tatranská Lomnica (3).

Winterwanderung in der Hohen Tatra

Mögen die Skigebiete klein sein, so bietet doch das gesamte Gebiet Abwechslung. Während meiner eigenen Tour war ich nicht in der Hohen Tatra im Winter wandern – sondern bergsteigen (wer dazu Fragen hat, schreibt mir) – weshalb ich mich für dich auf die Suche nach bereits getesteten Routen gemacht habe. Die meines Erachtens besten Routen teile ich gerne mit dir:

Bitte denke daran, dich wirklich an die Regeln des Nationalparks zu halten. Die Nationalparkverwaltung TANAP gibt dir dazu Auskunft.

Die Niedere Tatra im Winter

Der Nationalpark Niedere Tatra (Nizke Tatry) bietet eine enorme Vielzahl an Wanderungen im Sommer an – und somit zum Großteil auch im Winter. Denn die kleine Schwester der großen Tatra ist weniger steil und schroff, aber ihr höchster Punkt, der Ďumbier, misst immerhin knapp über 2000 Meter. Auch hier gilt es, Vorsicht im Gelände zu wahren.

Mit Ski und Snowboard in der Niederen Tatra

Jasná, der größte Skizirkus der Slowakei, bietet imposante 44 Pistenkilometer über eine Höhendifferenz von 1060 Metern am Berg Chopok. Nachtfahrten, Snowpark, Langlauf.. es scheint hier alles zu geben was das jeweilige Herz begehrt. Jasná liegt in einem tief eingeschnittenen Tal mitten in der Niederen Tatra. Wenn du hierhin für einen Tag anreisen möchtest, fahre sehr früh los. Der Stau auf der kleinen und langen Zufahrtsstraße ist ab 8 Uhr in der Früh immens.

Winterwanderungen in der Niederen Tatra

Sollte der Winter sich als gut herausstellen, – was er im Normalfall ist – lockt der durchgehend geöffnete Nationalpark Niedere Tatra. Niedriger ist der Park mit maximal 2061 Metern über Normalnull auf jeden Fall, dafür aber wesentlich größer in der Fläche als sein großer Bruder die Hohe Tatra. Die Niedere Tatra ist das ganze Jahr über geöffnet. Einzelne Einschränkungen kannst und solltest du der Nationalparkverwaltung NAPANT entnehmen.

Für eine Tourenauswahl in der Niederen Tatra muss ich glücklicherweise konstatieren: Auch das Internet weiß nicht alles – bzw. machen alle die selbe Tour auf den Ďumbier. Es bietet sich also an, einen waschechten Wanderführer für die Niedere Tatra (oft inkl. Slowakischem Paradies) zu kaufen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die wichtigsten Infos gibt es im Überblick und Routen kann man, statt sie zu allererst zu finden, nur noch überprüfen.

So war ich mit dem Kauf eines Wanderführers genau richtig beraten, um schnell auf sich ändernde Pläne zu reagieren. Ich habe ja auch keine Lust erst wieder umständlich herumzugoogeln. Mein Wanderführer hatte 60 Touren gelistet, die ich dann nur noch auf Wintertauglichkeit eingeschätzt habe – manchmal übernahm das auch der Autor.

Nichtsdestotrotz fand ich im Netz eine Wintertour hinauf zum Ďumbier (infoglobe.cz), die ich leider nicht umsetzen konnte (hier noch eine weitere). So hinderte meine Truppe und mich der angesprochene Stau ins Skigebiet Jasná an diesem tollen Erlebnis. Dafür aber ging es hinauf auf eine Tour zum Gipfel Poludnica (Komoot), die nicht weniger schön war. Ohne den Wanderführer hätte ich jedenfalls niemals so schnell umplanen können!

Slowakisches Paradies im Winter

Der dritte Nationalpark im Bunde ist das Slowakische Paradies (Slovenský raj). Obwohl das Gebiet bereits zum Slowakischen Erzgebirge zählt, warten hier statt Höhenwinden atemberaubende Schluchten auf dich. Das Karstgebiet ist eine durchlöcherte Landschaft voller begehbarer Schluchten, in denen Flüsschen ihre Bahnen ins Tal ziehen. Die Karstbildung hat zur Folge, dass es immer wieder viele steile Abbruchkanten (Wasserfälle) im Gelände gibt.

In vielen Schluchten wurden Wanderwege angelegt – das bedeutet vor allem: Treppen, Eisenleitern und Stahlseile helfen dir immer wieder, die imposanten Klammen und Felsformationen zu begehen. Typisch „Ost“ sollte man allerdings keine perfekt gemachten – oder in Schuss gehaltenen – Anlagen erwarten. Manche Eisenleiter könnte unmotivierte Wanderer abschrecken, aber schau dir doch selber die Bilder weiter unten an.

Auch für diesen Nationalpark südöstlich des Untertatra-Kessels hat sich mein Wanderführer gelohnt. Und der Autor hatte Recht: Im Winter ist das Slowakische Paradies 1. sehr wenig besucht, 2. traumhaft und 3. nicht ganz ungefährlich! Die rutschigen, eisigen Holzstufen und Eisenleitern sind nicht ohne. Dafür locken die wahrlich tollen Eindrücke und unvergesslichen Momente.

Obacht! Das Slowakische Paradies ist sehr niedrig. Kaum ein Punkt ragt über 1000 Höhenmeter hinaus, daher ist mitunter kein oder nur wenig Schnee da. Nichtsdestotrotz wünsche dir mindestens so viel Spaß wie wir ihn bei unserer Tour durch die Suchá Belá und den Hornád-Durchbruch (Komoot) hatten!

Die Große und Kleine Fatra im Winter

Wenn du bis hierhin noch nicht von einem Abstecher in die Slowakei überzeugt bist, dann darf ich dir dieses kurze Video ans Herz legen (YouTube). Nach diesen grandiosen cineastischen Eindrücken aus der Kleinen Fatra wirst du jedenfalls überzeugt sein, dass auch (oder insbesondere?) abseits der Hohen und Niederen Tatra im Winter tolle Erlebnisse auf dich warten.

Die beiden Nationalparks Große Fatra (Vel’ká Fatra) und Kleine Fatra (Malá Fatra) befinden sich westlich des Untertatra-Kessels (siehe Karte). Die Große Fatra ist in ihrer Ausdehnung groß, aber kleiner in der Höhe als ihre Schwester! Gerade einmal 1592 Meter misst der höchste Berg Ostredok. Die Kleine, aber höhere, Fatra ragt immerhin hinauf bis auf 1709 Meter. Beide Nationalparks sind dicht bewaldet. Nur der jeweilige Hauptkamm ist unbewaldet.

Große Fatra

Wenn du dir einen Eindruck von der Großen Fatra machen möchtest, (Gipfel, Monumente, Höhlen, etc.) findest du hier (summitpost.org) eine hervorragende Übersicht. Mit der schon angepriesenen Karte kannst du dir dann deine eigene Route basteln. Für einen noch besseren Eindruck kannst du dir die Fotos des Fotografen L’uboš ansehen, der mit Freunden in der Großen Fatra im Winter wandern war.

Kleine Fatra

Wenn du mehr zur Kleinen Fatra wissen möchtest, scheinst du bei diesem Artikel von sonnige-pfade.de gut aufgehoben zu sein. Dort findest du viele Informationen zu Wanderungen, Unterbringungen und Mobilität in der Fatra. Darüber hinaus gibt es bei Thomasz wirklich beeindruckende Winterbilder der Kleinen Fatra.

Höhlenbesuche, Thermalbäder und Burgen

Der bergige Norden der Slowakei bietet auch neben den Bergen einige tolle Ausflugsmöglichkeiten. Die Region ist bekannt für ihre großen Höhlen, die auch für Touristen zugänglich sind. Slovakia.travel gibt dir hier eine gute Übersicht. Wer nicht das Glück einer eigenen Sauna in der Unterkunft hat – und vielleicht auch Lust auf Wellness – wird vermutlich in der Poprader AquaCity glücklich.

Darüber hinaus kannst du dich auf Slovakia.travel gut über Freilichtmuseen, Burgen und weitere kulturelle Angeboten informieren. Meine Truppe ist am Neujahrstag z.B. zur Zipser Burg gefahren (ist im Winter geschlossen) und wir haben uns noch die alte deutsche Stadt Leutschau (Levoča) angesehen.

Die richtige Unterkunft finden

Es ist manchmal gar nicht so einfach, in einem gänzlich unbekannten Gebiet die richtige Ortslage einer Unterkunft auszuloten. Daher lass dir einfach sagen: Buche unbedingt eine Unterkunft in der Nähe einer Bahn! Dazu mehr im nächsten Abschnitt Anreise und Mobilität.

Die Stadt Poprad ist die größte Stadt zwischen Hoher Tatra, Niederer Tatra und Slowakischem Paradies. Sie ist verkehrsmäßig Dreh- und Angelpunkt der Tatra. Daher findest du hier auch die größte Auswahl an Apartments. Štrbske Pleso, Tatranská Lomnica sowie das kleinere Vysokė Tatry sind typische Skiressorts in der slowakischen Hohen Tatra.

Wer das urige Slowakische sucht, wird es eher in den kleineren Orten links und rechts der Bahntrassen – sowohl entlang der Nationalparkgrenze als auch unten im Tal (Untertatra-Kessel) – finden. Mit meiner Reisetruppe habe ich es mir in Štrba gemütlich gemacht. Gesucht und gebucht haben wir über gängige Internetportale. Schreib mir doch, wenn du dazu mehr wissen willst. Am Ende lagen wir mit unserer Lage in der Nähe einer Bahn und im Tal goldrichtig. Warum? Lies dazu weiter.

Anreise und Mobilität vor Ort

Durch den Untertatra-Kessel ziehen sich u.a. die wichtigsten Eisenbahnlinien und eine große Schnellstraße. Wer über Polen in die Slowakei mit Auto einreist, sollte das Gebiet um Zakopane meiden, da es hier zwischen Krakau und Zakopane sehr oft zum Stau kommt. Wir haben für die Strecke Berlin – Štrba, in der Nacht und mit Pausen, etwas weniger als zehn Stunden gebraucht.

Wenn du mit der Bahn anreist, solltest du es mit wenigen Umstiegen bis Poprad oder Štrba schaffen. Von Berlin aus gibt es beispielsweise eine tägliche Verbindung mit nur einem Umstieg. Die Fahrt dauert etwas über 11 Stunden. Da wir für 7 Tage in der Slowakei sehr viel Winterausrüstung (Ski, Snowboard, Schneeschuhe, Bergsteigerausrüstung) dabei hatten, fiel die Wahl nicht auf die Bahn.

Mobil vor Ort

Mit der Bahn ist das Tal zwischen Hoher und Niederer Tatra bestens verbunden. Wie du dem oberen Bild entnehmen kannst, schlängeln sich die Schnellzüge zwischen den Gebirgszügen hindurch. Internationale Verbindungen gibt es aus bspw. Dresden, Wien und Prag. Noch viel wichtiger als die (inter-) nationalen Zugverbindungen sind jedoch die Zugverbindungen hoch in den Nationalpark. Diese kannst du der Karte unten entnehmen.

Seit über 100 Jahren verbinden die Schmalspurbahnen der Elektrischen Tatrabahn (Tatranská elektrická železnica) hochgelegene Kurorte mit dem Tal. Liegt deine Unterkunft also in der Nähe einer der vielen Bahnstationen, erreichst du die verschiedenen Orte der Hohen Tatra stressfrei ohne eigenen Pkw. Spare dir also Nerven bei der Parkplatzsuche und schone die Umwelt. Zusätzlich sind die Tatranská elektrická železnica auch noch ein richtiger Spaß!

Etwas schwieriger wird es schon bei der Niederen Tatra. Der Nationalpark Niedere Tatra ist sehr groß und wenig mit der Bahn erschlossen. Hier lohnt sich, wie bereits oben vermerkt, die Anschaffung eines Wanderführers. Der Vorteil liegt darin, dass meist die ÖPNV-Verbindungen angeben sind. Überprüfe die angegeben Verbindungen jedoch, denn es gibt sicherlich angepasste Winterfahrpläne.

Auch für die Fatra wird bei einem typischen Winterurlaub in der Slowakei das Auto (kann man ja vor Ort einfach mieten) die beste Wahl sein. Wie auch immer du dich entscheidest: Hab viel Spaß und pass auf dich auf!

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Wow, so ein umfangreicher und detaillierter Bericht! Ja, die Slovakei hat eine Menge zu bieten mit wunderschönen Landschaften für Wanderungen nach jedem Geschmack ( und Verfassung). Allerdings bin ich da auch eher im Frühling unterwegs, wenn Eis und Schnee sich verabschieden und die Sonne wenigstens tagsüber gut wärmt. Die Bilder sind auch toll! Das Slovakische Paradies ist echt eine Perle, da lohnt der relativ weite Weg schon.
    Grüße! Bernd

    1. Gregor Rahn

      Vielen Dank für deinen Kommentar, Bernd! Ich freue mich schon sehr, die Slowakei noch weiter zu erkunden. Vielleicht das nächste Mal auf dem Rad!

  2. Sarah Paschke

    Wow, das klingt nach einem sehr spannenden Abenteuer! Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag mit so vielen Tips! Das Tatra-Gebirge steht bei mir für einen Wanderurlaub auf der Liste. Doch eher im Sommer oder in den Übergangsjahreszeiten.
    Warst du außerhalb vom Winter schon einmal dort?

    1. Gregor Rahn

      Danke für deinen Beitrag, Sarah! Es freut mich, dass dich der Beitrag so inspiriert. Im Sommer ist die Hohe Tatra wirklich toll, aber auch sehr voll (das Slowakische Paradies ebenso). Nach der Erfahrung anderer zu urteilen würde ich eventuell die Hochsaison meiden, denn Hütten sind schnell ausgebucht und die Wege voll. Wenn du in der Hochsaison gehst, schau dich doch auch in der Niederen Tatra sowie der Fatra um! Von der Niederen Tatra hat man schließlich tolle Blicke AUF die Hohe Tatra. LG, Gregor

  3. Conny

    Ich fühle mich so an die 80 er Jahre erinnert, als wir mit Kraxe und Zelt in der Tatra und im Slowenski Raj unterwegs waren. Danke für diesen schönen Beitrag.
    bln_conny

    1. Gregor Rahn

      Das muss echt ein tolles Abenteuer gewesen sein! Wie schön, dass dir der Beitrag gefallen hat 🙂

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